Das Feuer, das durch die Gründung der Naturfreundeorganisation 1895 in Wien entfacht wurde, erreicht 1911 Schwäbisch Gmünd und führt zur Bildung einer Ortsgruppe und schließlich 1920 unter großen zeitlichen und finanziellen Opfern zum Bau eines Naturfreundehauses, das den Vereinsmitgliedern als Rückzugsort und Wanderheim diente.

 

Ende der 1920er Jahre musste das Haus wieder neu aufgebaut werden, nachdem das Haus infolge einer Brandstiftung zerstört wurde.

 

Nur ein paar Jahre später wurde das Haus durch die Nationalsozialisten enteignet und in ‘Hermann Görungshaus’ umbenannt. Durch den zweiten Weltkrieg war das Haus innen völlig zerstört und musste unter großen Mühen renoviert werden. Jedoch zählte das Haus auf dem Himmelreich nach Ende des Weltkrieges zu den ersten Häusern, die 1946 wieder dem Wanderverkehr zur Verfügung standen.

 

Bis in die 1960er war das, mittlerweile wieder umbenannte, Himmelreich das Ziel vieler Wanderer aus nah und fern. Die Landschaft rund um das Haus war noch unbewachsen. Ältere Mitglieder berichteten, dass man von Gmünd aus das Haus sehen konnte.

Das größte Problem in dieser Zeit war die Wasserversorgung. Als Bargau an die Landeswasserversorgung angeschlossen wurde und die Eselsquelle nicht mehr von Nöten war, wurde diese zu einem Wasserspeicher für das Himmelreich umgebaut und das Wasser durch eine neugelegte Leitung zum Haus gepumpt – dies ist bis heute so. Das frische Albquellwasser wird im Haus mit einer Ultraviolett-Bestrahlung vollständig entkeimt und die Qualität in halbjährlichen Kontrollen durch das Gesundheitsamt überwacht und geprüft.

 

Die Zeit von 1960 bis weit in die Siebziger war geprägt vom Drang hinaus in die Natur. Unser Haus wurde zum Treffpunkt weiterer Bevölkerungskreise, die das Wandern mit Familie und Freunden für sich entdeckt hatten. Unvergessen sind die Samstagabende, in denen auf dem Himmelreich bis in die Morgenstunden hinein gesungen, musiziert und so mancher Schoppen getrunken wurde.

Das Naturfreundehaus Himmelreich ist eines von 11 Naturfreundehäusern im Bezirk Ostalb und eine Perle unter den fast 1000 Häusern in ganz Europa. Nicht zuletzt durch den Jakobusweg, der hinauf zu unserem Himmelreich führt.

 

In der Zeit von 1972 bis heute wurden immer wieder zahlreiche An- und Umbauten, sowie Renovierungsarbeiten durchgeführt. Das Naturfreundehaus ist zeitgemäß eingerichtet und hält auch unsere kleinen Gäste durch den Spielplatz vor dem Haus bei Laune. Ein Leitgedanke der Naturfreunde ist die nachhaltige Entwicklung der Umwelt. Dafür haben wir eine eigene biologische Kläranlage bauen und bei den letzten Arbeiten, das Haus komplett neu eindämmen, neue Fenster und Heizungen einbauen und eine Solaranlage aufstellen lassen. Dies alles hilft uns Energie und damit auch Kosten zu sparen.

Unsere traditionsbewussten Naturfreundehäusler versuchen nun mehr das Werk der Gründungsväter fortzuführen.

 

 

Tradition heißt Feuer und nicht die Asche weitertragen